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Blick Kriegerdenkmal über Gengenbach
Blick Kriegerdenkmal über Gengenbach

Jetzt aber raus

Wie war das mit den guten Vorsätzen für 2020? Noch ist es nicht zu spät für Sport und gesünderes Essen.

Viele Deutsche haben sich an Silvester etwas vorgenommen: mehr Sport, gesünderes Essen. Jetzt, nach knapp einem halben Jahr, ziehen manche ernüchtert Bilanz. Leider ist es häufig bei den guten Vorsätzen geblieben. Aber es ist nie zu spät, etwas für seine Gesundheit zu tun. Rund um Gengenbach bieten sich viele Möglichkeiten in einer einzigartigen Landschaft. Dabei sollte sich jeder im Rahmen seiner Möglichkeiten bewegen – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Denn Bewegung ist das A und O. 

Manchmal hilft ein sanfter Einstieg, um den inneren Schweinehund zu überwinden. Regelmäßiges Spazierengehen ist schon mal ein Anfang. Entlang der Kinzig kann man die Natur genießen und Sonne tanken, gerade das ist wichtig. Denn unter Lichteinfluss produziert der Körper den Glücks-Botenstoff Serotonin und hemmt die Produktion des Schlafhormons Melatonin. Sauerstoff gibt den Körperzellen Energie. Bewegung im Freien versorgt das Gehirn mit Sauerstoff und erhöht die Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit. Zudem wird das Herz-Kreislauf-System auf Trab gebracht.

Wer sich nur bewegen möchte, ohne seine Kondition entscheidend zu verbessern, sollte mindestens zweimal wöchentlich 30 bis 45 Minuten lang lockeren Ausdauersport betreiben. Leichtes Joggen oder Nordic Walking sind hier gute Optionen, um den Körper in Schwung zu bringen. Nordic Walking ist für nahezu jedermann geeignet – ob jung oder alt, korpulent oder dünn. Denn die schwungvolle Bewegung beansprucht Herz und Kreislauf, regt den Stoffwechsel an, stärkt Muskeln und Knochen und hilft gegen überschüssige Pfunde. 

Und wann ist der richtige Zeitpunkt für die sportliche Betätigung? Am Morgen hat Sport den Vorteil, dass die Kohlenhydratspeicher noch leer sind und der Körper schneller auf die Fettreserven zurückgreift. Abends kann man beim Sport den Alltagsstress abbauen und danach entspannt den Feierabend genießen. Wann man es tut, ist jedem selber überlassen. Hauptsache man tut es!

 

Interview Thomas Dold

Bewegung macht glücklich

Thomas Dold aus Gengenbach ist einer der bekanntesten Sportler im süddeutschen Raum. Der Persönlichkeitstrainer und Coach – unter anderem der erfolgreichen Gengenbacher Marathonläuferinnen Hahnertwins – hat sieben Mal den „Empire State Building Run up“ gewonnen und ist Doppelweltmeister im Rückwärtslaufen. Wir sprachen mit ihm über Sport, Fitness und Ernährung.

Wie beeinflusst körperliche Fitness das Wohlbefinden?

Im Persönlichkeitstraining kann man Wohlbefinden von Menschen über den Geist und über körperliche Aktivität beeinflussen. Beides funktioniert gut – und wirkungsvoll sind Bewegung und Fitness immer. Durch die Bewegung schüttet der Körper Glückshormone aus. Jeder kennt das Gefühl auch von einer Tafel Schokolade. Aber Wandern, Joggen und Radfahren sind deutlich nachhaltiger. Zusätzlich hilft eine gute Fitness, mit Stress und anderen Belastungen einfacher umgehen zu können.

Nicht jeder ist Spitzensportler. Was sollte jeder einzelne für seine persönliche Fitness tun?

Ein- bis zweimal wöchentlich Ausdauertraining ist für die Gesundheit essenziell. Gäbe es die Wirkung davon als Pille, es wäre ein Kassenschlager, weil jeder sie kaufen würde. Diesen Wirkstoffcocktail gibt es auf dem Rad, in Laufschuhen und anderen Ausdauersportarten kostenlos nach zwei bis drei Stunden Zeiteinsatz pro Woche. Wer dazu zweimal wöchentlich zehn bis 15 Minuten Kräftigung macht, verringert viele Krankheitsrisiken und steigert die Lebens- und Arbeitsqualität spürbar.

Wie hängen Fitness und Erfolg zusammen?

Wenn man auf dem Damm Kilometerweit ins Kinzigtal schaut, passiert etwas mit der Wahrnehmung. Besonders, wenn die Alternative der drei Meter entfernten Fernseher ist. So fördert man Weitsicht. Insgesamt sind körperlich fitte Menschen leistungsfähiger, das wiederum hat sehr häufig äußerst positive Auswirkungen auf das Privat-, Liebes- und Berufsleben. Erfolg ist das, was folgt, wenn man eine gewisse Ausdauer hat. Diese physisch zu trainieren ist intelligent.

Worauf sollte ich bei meiner Ernährung achten?

Die Ernährung sollte einfach und ausgewogen sein. Es gibt kein Allgemeinrezept, weil jeder Mensch anders ist. Meine Erfahrung zeigt: Man ist immer gut beraten, wenn man auf das echte Bauchgefühl hört. Das hat nichts mit Gelüsten zu tun. Zucker und vieles andere schaden dem Körper, das merkt man nach einigen Tagen der Abstinenz selbst. Ein Tipp: So naturbelassen wie möglich essen, und ich persönlich schätze Regionalität.

Was macht man, wenn die Fitness eher nachlässt?

Es wird im Leben nicht immer alles besser. Nach Aufstieg kommt immer auch Abstieg. Das zu erkennen und anzuerkennen ist der erste Punkt. Sich dann zu überlegen, was will ich, ist der nächste Schritt. Sobald die klare Entscheidung gefallen ist, ich bin eigentlich fitter als ich es gerade bin, geht es los. Dann läuft und bewegt es sich fast von alleine. Solange Menschen im hätte, sollte, müsste und würde Kreislauf hängen, geht es nicht voran, meist sogar rückwärts. Besonders bei der Fitness.